Es gibt Städte, die nimmt man sich viel zu lange nicht so richtig vor – obwohl sie direkt vor der Nase liegen. Bochum war für uns so ein Ort: Bekannt für Herbert Grönemeyer, das Bergbaumuseum, das Bermuda3eck und natürlich das Musical Starlight Express. Aber eben auch irgendwie immer nur „vorbeigefahren“. Dieses Mal wollten wir es wissen: Bochum ganz bewusst. Drei Tage, voller Kultur, Currywurst und Kohlenstaub-Romantik.
Übernachtet haben wir auf dem Premium Wohnmobilstellplatz „Glück Auf“, mit 51 Stellplätzen und modernen Ausstattung für relativ günstige Stellplatzgebühren.
Freitag – Feierabend mit Geschmack
Wir sind am späten Nachmittag angekommen – gerade noch rechtzeitig zum legendären Bochumer Feierabendmarkt auf dem Springer Platz. Jeden Freitag zwischen Mai und September verwandelt sich die Innenstadt von 16 bis 20 Uhr in ein kleines Streetfood-Paradies. Zwischen leckeren Weinen, italienischen Vorspeisen und türkischen Dips herrscht entspannte Wochenendstimmung.
Bermuda3eck – das Herz der Nacht
Vom Feierabendmarkt ist es nur ein Katzensprung ins Bermuda3eck, Bochums wohl bekanntestes Kneipenviertel. Wer Bier, Bars und bunte Lichter liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Zwischen klassischen Kneipen, modernen Bars und internationalen Restaurants findet jede*r den passenden Spot.

Anschließend noch ein Absacker im Fiege Stammhaus – urig, gemütlich, ehrlich.
Samstag – Natur, Geschichte und Currywurst
Bochum kann nicht nur Kneipe. Am Samstag ging’s raus in die Natur – der Tippelsberg stand auf dem Programm. Ein kleiner „Berg“ mit großem Ausblick. Von hier oben sieht man das Ruhrgebiet von seiner schönsten Seite: Grün, urban, geschichtsträchtig.


Danach ein Abstecher zum Bismarckturm – historisch und fotogen zugleich – eigentlich, wenn er nicht verhüllt wäre….
Anschließend noch beim Planetarium vorbeischauen. Die Architektur ist beeindruckend und wenn man ausreichend Zeit hat, lässt man sich von der faszinierenden Fulldome-Technik begeistern – man sitzt fast schwerelos unter den Sternen. Danach ein stiller und eindrucksvoller Besuch an der Bochumer Synagoge, ein Ort des Erinnerns, des Innehaltens und der Hoffnung.

Von hier aus sind wir zum Brauhaus Rietkötter geradelt. Das Gebäude im Brückviertel der Bochumer City steht heute unter Denkmalschutz stehende Traditionsgasthaus und stillte schon im Jahre 1777 den Bierdurst der Bochumer.

Ein kleiner Rundgang durch die City führte uns dann wieder ins Bermuda3eck, die bekannteste Currywurst Bochums musste noch verspeist werden. Das Bratwursthaus ist ein Bochumer Kulturgut und schon so manche Currywurst wurde zum Lebensretter – nicht nur nach langen Nächten.

Nicht geschafft haben wir das Deutsche Bergbaumuseum, was eigentlich ein Muss für Bochum ist. Hier kann man mit einem echten Förderkorb unter Tage fahren und hautnah erleben, was das Ruhrgebiet über Jahrzehnte geprägt hat. Ganz sicher werden wir das Museum beim nächsten Mal besuchen. Der Förderturm und die Ambelmännchen haben uns aber jetzt schon begeistert.



Den Tag beendet haben wir zunächst mit leckeren Tapas im Bemurda3eck und einigen leckeren Bieren im Biergarten vom „zum Philosophen“. Bestellt und abgeholt wurde direkt am Kiosk „Geh ma wacker nache Bude“.

Fazit: Pottpoesie pur
Bochum überrascht. Zwischen Feierabendbier und Förderturm, zwischen Stadtgeschichte und Sternenhimmel hat sich Bochum als echter Wochenend-Geheimtipp entpuppt. Authentisch, herzlich, voller Kontraste. Oder wie Grönemeyer singen würde: „Bochum, ich komm aus dir – und jetzt war ich endlich auch mal da.“








