Hattingen – nett hier??

Der Ruhrpott hat ja schon einiges zu bieten. Hattingen stand bisher nie auf unserer Bucket-List, doch ein bekannter WDR-Moderator hat von seiner Heimatstadt immer so geschwärmt, dass wir uns dachten: Warum nicht einfach mal ein Wochenende dort verbringen? Zumal ich ja auch zur Hälfte ein Ruhrpott-Mädel bin – also quasi eine „Halbpöttlerin“.

Und wirklich: Wer Fachwerk liebt, eine Kleinstadt mit großem Herzen sucht, durch verwinkelte Gässchen schlendern möchte und freundliche Ruhrpöttler treffen will, ist in Hattingen bestens aufgehoben.

Bei einer einstündigen Stadtführung haben wir viel Spannendes gesehen und einige kuriose Geschichten gehört, wie z.B. diese vom Abtritterker oder auch Donnerbalken genannt, der auch mal geleert wurde, wenn ungeliebte Nachbarn das Haus passierten.

Die Stadt wurde bereits im ersten Jahrhundert erstmals als Hatneghen erwähnt und entwickelte sich im Mittelalter zu einer florierenden Handelsstadt. Im Jahr 1396 erhielt Hattingen die Stadtrechte, was sich auch im noch heute erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern widerspiegelt.

Besonders prägend war die Zeit des Bergbaus und der Stahlindustrie – die Henrichshütte in Hattingen war über 150 Jahre lang ein zentrales Eisenhüttenwerk und ist heute ein spannendes Industriemuseum.

Hier kann man unter anderem das Bügeleisenhaus entdecken (ja, das gibt es auch in Hattingen und nicht nur in New York oder Toronto), den schiefen Kirchturm von Sankt Georg (dazu gibt es eine nette Anekdote mit dem Akrobaten Hennes) oder die „eisernen Kerle“ – deren rostigen Körperteile an manchen Stellen besonders abgegriffen sind.

Auch rund um Hattingen kommen Naturfreunde und Paddler voll auf ihre Kosten.

Einen besonders schönen Blick hat man von der Burg Blankenstein über das Ruhrtal – an klaren Tagen reicht die Sicht sogar bis nach Bochum.

Unser Stellplatz direkt an der Ruhr, den wir auf dem Grundstück des Landgasthofs Grum gebucht hatten, liegt idyllisch und ist nur zehn Minuten mit dem Rad von der Innenstadt entfernt.

Kulinarisch und kneipentechnisch ist Hattingen ebenfalls ein Genuss: Besonders zu empfehlen sind der urige Schankbetrieb Albrecht’s am Kirchplatz, das gemütliche Café Adele mit köstlichen herzhaften Kartoffelwaffeln oder das Café in der ehemaligen Löwenapotheke, das mit seinen kleinen kunstvollen Törtchen verführt.

Hattingen pflegt übrigens auch eine Wortpatenschaft zum Wort „nett“! 

Das Fazit unseres Wochenendes – Hattingen ist nicht nur nett, es ist einfach super nett und ein Besuch lohnt sich definitiv!

von Cordula

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