Kalimèra auf Kreta – unsere Herzensinsel

Kreta gehört für uns zu den absoluten Lieblingszielen. Wir lieben das milde, sonnenverwöhnte Klima, die lebendige griechische Kultur, das unvergleichliche Essen, das Farbspiel aus Land und Meer – und diese Mischung aus Vielfalt und ungezügelter Gastfreundschaft, die sofort ins Herz geht.

Einige unserer Tipps verdanken wir einer lieben Freundin mit deutsch-griechischen Wurzeln, die Kreta nicht nur kennt, sondern liebt. Sie hat uns kleine Geheimnisse verraten, die wir hier gerne weitergeben. (Danke, liebe Tina!)

Von Deutschland aus ist die Insel bequem zu erreichen: Der Flug dauert nur etwa 3,5 Stunden. Wir buchen kein Pauschalpaket, sondern lieber Hotels und Mietwagen einzeln – und das möglichst rechtzeitig. Unsere Mietwagen organisieren wir in der Regel über den ADAC – unkompliziert und zuverlässig.

Meist verbringen wir zwei bis drei Wochen auf Kreta und wechseln in dieser Zeit drei-vier verschiedene Orte mit unterschiedlichen Hotels. Wir bevorzugen kleine Boutique-Hotels mit Charme statt großer Resorts. Unsere beiden absoluten Favoriten stellen wir euch am Ende dieser Seite vor.

Wahrscheinlich könnte man jedem Ort einen eigenen Blogbeitrag widmen, insbesondere den Städten Rethymnon und Chania, dennoch haben wir versucht uns kurz zu halten und unsere Liebe zur Insel etwas im Zaum zu halten.

Norden:

Agios Nikolaos & Elounda – zwei Perlen an der Nordküste
Mochlos – klein, versteckt und einfach zum Verlieben
Heraklion – Kretas lebendige Hauptstadt
Bali – zwischen Bergen und Buchten
Rethymnon – zwischen Minaretten und venezianischem Glanz
Stavros (Akrotiri) – zwischen Filmgeschichte und Klosterduft
Chania – venezianische Romantik am Meer
Kissamos – authentisch griechisch mit Traumstränden in der Nähe

Süden:

Paleochora – entspanntes Leben an der Südwestküste
Samaria-Schlucht – Naturdrama auf 16 Kilometern
Plakias – entspannt zwischen Meer und Bergen
Preveli Beach – Palmenoase am Megalopotamos
Agia Galini – unser Lieblingsort im Süden
Spili – kühles Quellwasser und duftende Kräutergärten
Mires – Wochenmarkt im Herzen der Messara-Ebene
Matala – Hippie-Charme zwischen Fels und Meer
Myrtos – sonniges Dorf am Libyschen Meer
Ierapetra – die südlichste Stadt Europas


Agios Nikolaos & Elounda – zwei Perlen an der Nordküste

Häufig werden sie als zwei Perlen Kretas bezeichnet – nur wenige Kilometer voneinander entfernt und doch mit völlig eigenem Charakter.

Elounda war einst ein einfaches Fischerdorf und ist heute bekannt für seine geschützte Bucht mit Blick auf die Insel Spinalonga. Am kleinen Hafen schaukeln noch immer bunte Fischerboote, während sich an der Promenade Tavernen und Cafés aneinanderreihen. Die flachen Strände sind windgeschützt und ideal zum Baden. Von hier starten auch Boote zur Insel Spinalonga, deren mächtige Festungsmauern schon von Weitem zu sehen sind. 

Spinalonga war vom 16. bis 18. Jahrhundert eine wichtige venezianische Festung. Ab 1903 wurde sie als Leprakolonie genutzt – eine der letzten in Europa, bis sie 1957 geschlossen wurde.

Ganz anders wirkt Agios Nikolaos: Schon bei der Einfahrt in die Stadt spürt man die Lebendigkeit. Hier pulsiert das Leben, besonders in der Hochsaison. Mittelpunkt ist der fast kreisrunde Voulismeni-See, um den sich Cafés, Restaurants und kleine Läden drängen. Stimmengewirr, Gelächter und das Klirren von Gläsern füllen die Luft. Der Legende nach ist der See unergründlich – tatsächlich ist er etwa 64 Meter tief und soll von der Göttin Athene selbst genutzt worden sein, um darin zu baden.


Neben Boutiquen und Kunsthandwerksläden lohnt sich ein Spaziergang zum Hafen mit Blick auf die glitzernde Mirabello-Bucht. Zwischen all dem Trubel findet man immer wieder kleine Momente der Ruhe – wenn man am Ufer sitzt und einfach dem Meer zuhört. ­


Mochlos – klein, versteckt und einfach zum Verlieben

In vielen Reiseführern wird Mochlos als abgelegener Badeort und Geheimtipp bezeichnet. Abgelegen – na ja. Geheimtipp – definitiv. 

Das winzige Dorf liegt unterhalb der Küstenstraße, fast wie am Ende einer Sackgasse. Wer hierher kommt, bleibt meist auch hier – und genau das macht den Charme aus.

Es gibt einen kleinen Strand mit feinem Kies und felsigen Abschnitten, die perfekt zum Schnorcheln sind.
Achtung: An der Nordseite kann es zu starken Strömungen kommen, daher immer auf die Einheimischen hören.
Wir sind zum Schwimmen meist an einen nahegelegenen Strand gefahren – in Mochlos selbst steht eindeutig das Genießen im Vordergrund.

Der wahre Zauber entfaltet sich abends, wenn die Tagestouristen weg sind. Dann färbt sich der Himmel über dem Meer in Pastelltönen, und in den Tavernen direkt am Wasser riecht es nach gegrilltem Fisch oder frischem Thymian.

Wer hier in einer Ferienwohnung wohnt, sollte vorher einkaufen – im Ort gibt es nur kleine Läden mit begrenzter Auswahl. 

Anfahrtstipp: Von Agios Nikolaos aus fährt man gut 45 Minuten. Die Strecke führt teils über kurvige, schmale Straßen – also lieber bei Tageslicht anreisen.


Heraklion – Kretas lebendige Hauptstadt

Bei unserer ersten Reise nach Kreta haben wir tatsächlich zwei Tage für die Hauptstadt eingeplant – rückblickend reicht ein Tag völlig aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen.

Wir starteten im Archäologischen Museum, das eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen minoischer Kunst beherbergt – darunter Fresken, Schmuck und Keramikfunde aus Knossos. Danach ging es weiter zur Agios-Titos-Kirche, zur Venezianischen Festung Koules am Hafen und in die Altstadt mit der prachtvollen Venezianischen Loggia.

Heraklion war seit dem Mittelalter ein wichtiges Handelszentrum unter venezianischer Herrschaft. Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt zu einer der am stärksten befestigten Hafenstädte des Mittelmeers ausgebaut. Die dicken Mauern, die heute noch stehen, widerstanden jahrzehntelang der Belagerung durch die Osmanen, bis diese 1669 die Stadt eroberten.

Knossos steht noch auf unserer Bucketlist, darf aber hier nicht unerwähnt bleiben: Knossos war das politische und kulturelle Zentrum der minoischen Zivilisation (ca. 2000–1400 v. Chr.). Der Legende nach lebte hier der Minotaurus im Labyrinth, das König Minos errichten ließ.

Heraklion ist zugleich Kretas wichtigster Verkehrsknotenpunkt – hier befindet sich der größte Flughafen der Insel, der im Sommer allerdings oft aus allen Nähten platzt.


Bali – zwischen Bergen und Buchten

Bali ist ein ehemaliges Fischerdorf, das sich terrassenförmig an einen Berghang schmiegt und heute ein beliebter, aber nicht überlaufener Ferienort ist. Die vier kleinen Buchten liegen geschützt und sind besonders im Sommer auch bei Einheimischen beliebt. Wer hier Urlaub macht, sollte gut zu Fuß sein – das Dorf ist in den Hang gebaut, und Treppen sowie steile Gassen gehören zum Alltag.

  • Varkotopos-Strand (ca. 130 m): Familienfreundliche Bucht, fast vollständig mit Sonnenliegen belegt. In den Sommermonaten gibt es für Kinder eine aufblasbare Wasser-Hüpf- und Rutschenanlage.
  • Karavostasi-Strand: Eingeschlossene kleine Bucht mit glasklarem Wasser – perfekt zum Schnorcheln entlang der Felsen. Zwei Tavernen sorgen für das leibliche Wohl.
  • Bali-Strand: Zentraler Strand mit kleinem Hafen, umgeben von Tavernen und Bars. Von hier starten Bootsausflüge entlang der Küste, z. B. nach Panormos oder Rethymnon. Die in den Hang gebauten Bars bieten einen traumhaften Blick aufs Meer – fast wie aus einer Postkarte.
  • Livadi-Strand: Erster Strand am Ortseingang mit klarem, flachen Wasser und einer Länge von 500 m.

Ausflugstipp: In unmittelbarer Nähe zu Bali (knapp 3,5 km vom Hafen entfernt und ca. 1 h Fußweg) befindet sich im Berg das Attali-Kloster, das dem Hl. Johannes dem Täufer gewidmet ist. Ein wunderbarer Ort der Ruhe mit einem herrlichen Blick auf Bali.


Rethymnon – zwischen Minaretten und venezianischem Glanz

Rethymnon ist mit rund 30.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Kretas und ideal für einen Tagesausflug. Die Altstadt ist ein Labyrinth aus engen Gassen, in denen sich kleine Geschäfte, Cafés und Tavernen aneinanderreihen. Hier trifft venezianische Architektur – Balkone aus Holz, pastellfarbene Fassaden – auf osmanische Spuren wie Minarette und Hamams.

Rethymnon wurde im 13. Jahrhundert unter venezianischer Herrschaft zu einem wichtigen Hafen ausgebaut. Nach der Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1646 prägten Minarette und Moscheen das Stadtbild. Heute ist die Mischung aus beiden Epochen einzigartig und macht den besonderen Charme der Stadt aus.

Besonders sehenswert ist der kleine venezianische Hafen mit seinem historischen Leuchtturm – ein Postkartenmotiv, das man am besten am späten Nachmittag genießt, wenn die Sonne die Mauern golden färbt.

Auch das Minarett der Nerantza-Moschee und das Minarett der Valide-Sultana-Moschee (derzeit teils eingerüstet) sind Zeitzeugen dieser kulturellen Vielfalt.

Wer die Hitze nicht scheut, sollte sich die Venezianische Fortezza westlich der Altstadt ansehen. Die Festung aus dem 16. Jahrhundert wurde auf einem Felsplateau errichtet und bietet nicht nur historische Einblicke, sondern auch einen atemberaubenden Rundumblick über Stadt und Meer.


Stavros (Akrotiri) – zwischen Filmgeschichte und Klosterduft

Die Halbinsel Akrotiri gehört für uns zu den Highlights Kretas. In Stavros, einem kleinen Dorf im Nordwesten, wurde 1964 der weltbekannte Sirtaki im Film „Alexis Sorbas“ getanzt – und ein wenig vom Charme des Films liegt immer noch in der Luft, auch wenn in den Sommermonaten sehr viele Touristen Vorort sind. Der Ort ist aber nicht vergleichbar mit „anderen“ touristischen Hochburgen auf Kreta. 

Wir hatten dort ein Apartment mit direktem Meerblick, etwas abseits vom Strand. Morgens und abends konnten wir beobachten, wie Schafe vom Stavros-Berg zusammengetrieben wurden – ein fast meditativer Anblick.

Der Ort bietet einige schöne Strände wie die Gold Coast Bay sowie Tavernen direkt am Wasser.

Von Stavros aus lohnen sich Ausflüge zum Kloster Agia Triada, das 1612   von zwei venezianisch-orthodoxen Mönchen gegründet und erbaut wurde. Es wirkt wie ein Meisterwerk der Renaissance-Architektur auf Kreta und sollte vor allem bei Sonnenuntergang besucht werden, wenn sich die Gebäude in ein orange-rot färben. Heute ist es nicht nur ein spiritueller Ort, sondern auch für sein Olivenöl und seinen Wein bekannt, die von den Mönchen selbst produziert werden. 

Hier wurden übrigens auch die Klosterszenen von „Alexis Sorbas“ gedreht.

Ein weiteres Ausflugsziel ist der Marathi-Strand im Südosten der Halbinsel – ideal für einen Badetag. Wer Abenteuer liebt, besucht die Seitan Limania Bucht. In der Hochsaison sollte man allerdings sehr früh dort sein (wir waren um 8:00 Uhr da). Der Abstieg ist steil und felsig – festes Schuhwerk ist Pflicht.


Chania – venezianische Romantik am Meer

Wer nach Chania kommt, hat auf den ersten Blick das Gefühl, Rethymnon wiederzuerkennen – und tatsächlich prägen auch hier die Mischung aus venezianischer und osmanischer Architektur das Stadtbild. Uns hat Chania jedoch noch ein Stück mehr verzaubert, vor allem wegen der malerischen Altstadt, die schon in vielen Reiseführern als Highlight beschrieben wird.

Chania gilt als eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte Europas. Bereits in der minoischen Zeit (ca. 2000–1400 v. Chr.) befand sich hier die Siedlung Kydonia. Später prägten die Venezianer (13.–17. Jahrhundert) das Stadtbild mit Hafenanlagen, Lagerhäusern und Festungen. Nach der Eroberung durch die Osmanen 1645 kamen Minarette, Hamams und enge Basarstraßen hinzu.

Heute lädt der venezianische Hafen mit seinem Leuchtturm – einem der ältesten im Mittelmeer – zum Flanieren ein. Entlang der Hafenpromenade reihen sich Cafés und Restaurants, und in den kleinen Gassen dahinter entdeckt man Boutiquen, Kunsthandwerksläden und duftende Gewürzshops. Besonders schön ist es, am Abend zurückzukommen, wenn sich die Lichter im Wasser spiegeln.

Sehenswürdigkeiten, die sich lohnen: die Markthalle von Chania (Agora), der Maritime Museum of Crete, das Archäologische Museum und der Spaziergang zur Festung Firkas, von der aus man einen weiten Blick über Hafen und Stadt hat.


Kissamos – authentisch griechisch mit Traumstränden in der Nähe

Von Chania aus fährt man Richtung Westen und erreicht nach gut 40 Kilometern Kissamos – einen Ort, der sich seine Ursprünglichkeit bewahrt hat. Hier machen viele Griechen selbst Urlaub, und die Uferpromenade ist gesäumt von kleinen Hotels und Tavernen, in denen man direkt am Meer sitzt. Die Strände in und um Kissamos sind naturbelassen und wirken oft wilder als an der Nordküste.

Wir haben hier fünf Tage verbracht und unter anderem einen Abstecher nach Elafonissi gemacht – einem Strand, der für seinen feinen Sand berühmt ist, der durch winzige Muschelpartikel rosa schimmert. In der Hauptsaison kann es allerdings sehr voll werden, daher gilt: früh kommen oder in der Nebensaison besuchen.

Von Kissamos aus lassen sich auch zwei weitere Traumziele erreichen, die wir noch nicht besucht haben, hier aber aber nicht unerwähnt lassen wollen. (Stehen bei uns noch auf der Bucketlist.)

  • Balos-Lagune: Die Bucht liegt an der Westseite der unbewohnten Halbinsel Gramvousa. Sie wird von einer flachen Landbrücke eingerahmt, die wie eine „Pfanne“ ins Meer ragt. Das seichte, türkisfarbene Wasser erinnert fast an die Karibik. Am bequemsten erreicht man Balos mit dem Boot von Kissamos aus – sportlichere Besucher können auch eine Wanderung vom Parkplatz oberhalb der Lagune unternehmen.
  • Falassarna: Einer der längsten und schönsten Strände Kretas, umgeben von Bergen und unverbauter Natur. Der Weg dorthin führt über eine Passstraße mit spektakulären Ausblicken. Ideal für alle, die Weite und offene Strände lieben.

Paleochora – entspanntes Leben an der Südwestküste

Paleochora gilt als größter Touristenort im Süden Kretas – und trotzdem geht es hier ruhiger zu als in den Ferienorten im Norden. Die kleine Hafenstadt liegt auf einer nur 400 Meter breiten und 700 Meter langen Halbinsel, eingerahmt vom tiefblauen Libyschen Meer und den Ausläufern des Lefka-Ori-Massivs. Die Fahrt hierher ist bereits ein Erlebnis: kurvige Straßen, schroffe Berge, tiefe Schluchten und immer wieder atemberaubende Ausblicke. Die viele Nadelkurven erinnerten uns an die „Road to Hana“ mit Ihren vielen Nadelkurven.

„Paleochora“ bedeutet übersetzt „Alter Ort“ und verweist vermutlich auf die antike Siedlung Kalamyde, die sich nordöstlich des heutigen Orts befand. Während meiner Jogging-Runde in den Morgenstunden kann man noch ein ganz anderes charmantes Leben sehen: Männer sitzen im Kafenion, trinken Kaffee, plaudern – und scheinen sich vom Rest der Welt nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

Die beiden Stadtstrände – einer aus Sand, der andere aus Kies – bieten genug Platz für Familien. 

Unser Tipp: Die kleine Bucht bei der Methexis-Taverne im Südosten – perfekt zum Schnorcheln, allerdings nur mit Badeschuhen. 

Abends verwandelt sich die Innenstadt, sobald sie für Autos gesperrt wird, in eine lebendige Flaniermeile mit Tavernen, Bars und Musik.

Über der Stadt thront das venezianische Kastell Castel Selino. Die Festung wurde im 13. Jahrhundert von den Venezianern errichtet, um Piratenangriffe abzuwehren. Später eroberten die Osmanen den Bau, und im Lauf der Jahrhunderte wurde er mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. Heute sind nur noch Ruinen erhalten, die aber einen traumhaften Blick über Meer und Stadt bieten.

Östlich und westlich von Paleochora erstrecken sich rund 12 Kilometer Küste mit vielen kleinen Stränden und Buchten. 

Ein Mietauto oder Fahrrad ist hier sehr empfehlenswert.


Samaria-Schlucht – Naturdrama auf 16 Kilometern

Wir selbst haben die Tour bislang ausgelassen – im Hochsommer sind die Temperaturen einfach zu extrem. Wollten aber auch dieses Highlight nicht unerwähnt lassen, weil sie noch auf unserer Bucketlist ist. 

Für viele Wanderer ist die Samaria-Schlucht das Highlight Kretas – und mit rund 16 Kilometern Länge die längste Schlucht Europas. Sie beginnt auf 1.250 m Höhe im Omalos-Plateau und führt hinab bis zum Libyschen Meer in Agia Roumeli. Entlang des Weges passiert man steile Felswände, schmale Engstellen wie die berühmte „Eiserne Pforte“ (nur 3 m breit) und verlassene Bergdörfer.
Für die Durchwanderung sollte man 6–8 Stunden, ausreichend Wasser, gutes Schuhwerk und Kondition mitbringen. 

Die Schlucht ist von Mai bis Oktober geöffnet, in den Wintermonaten gesperrt.

Plakias – entspannt zwischen Meer und Bergen

Plakias ist ein ruhiger Ferienort an der Südküste mit einem etwa 1,5 Kilometer langen Sandstrand, flankiert von einer Felsküste, an der auch einzelne Sonnenliegen stehen. Der Ort hat eine entspannte Atmosphäre, einige gute Tavernen und eignet sich perfekt, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

Plakias war bis in die 1960er-Jahre ein kleines Fischerdorf, das nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar war. Erst mit dem Straßenbau begann der Tourismus – heute ist der Ort vor allem bei Individualreisenden beliebt.

Von hier aus kann man gut Ausflüge ins Hinterland unternehmen, z.B. zur Kirche St. Nikolaus in Myrthios. In der Nähe von Plakias – genauer gelegen in der Kotsifou-Schlucht auf dem Weg durch die Südküste – befindet sich eine versteckte und unscheinbare, aber sehr sehenswerte Kapelle: die Agios Nikolaos‑Kirche. Sie ist in die Felswand gehauen, sehr klein und einfach gestaltet. Die Stimmung dort ist besonders ruhig und still – ein Ort perfekt für einen Moment der Besinnung fernab der touristischen Trampelpfade


Preveli Beach – Palmenoase am Megalopotamos

Preveli Beach ist einer dieser Orte, die wirken, als hätte man sie aus einer anderen Welt auf Kreta gesetzt. Der Strand liegt an der Mündung des Megalopotamos und wird von einem Palmenhain der kretischen Dattelpalme gesäumt – einer Art, die nur hier und an wenigen anderen Orten der Insel vorkommt. Das flache Wasser der Lagune Limni Preveli trifft auf das offene Libysche Meer und bildet einen einzigartigen Farbkontrast.

Das Gebiet steht unter Naturschutz, da der Palmenwald schon mehrfach durch Brände bedroht war. Besucher werden gebeten, keine offenen Feuer zu machen und den empfindlichen Bereich um die Lagune nicht zu betreten.

Früh anreisen lohnt sich – Parkplätze sind begrenzt und der Fußweg hinunter (und wieder hinauf!) erfordert etwas Kondition. Wer mag, kann auch einen Abstecher zu den Ruinen des Klosters Kato Moni Preveli machen, das wie die kleine Kapelle Agios Savvas von der bewegten Geschichte der Region erzählt.


Agia Galini – unser Lieblingsort im Süden

Agia Galini liegt fast exakt im Süden der Insel und hat uns sofort verzaubert. Die weißen Häuser schmiegen sich terrassenförmig in den Hang, enge Gassen winden sich durch das Dorf. Abends stellen Tavernen und Bars ihre Tische auf die Straße, und der Duft von gegrilltem Fisch und frischen Kräutern liegt in der Luft.

Das Zentrum befindet sich hinter dem kleinen Hafen, von dem aus man zu einer Klippe aufsteigen kann. Hier soll der Legende nach Daidalos mit seinem Sohn Ikaros gestartet sein, um aus Kreta zu fliehen – heute erinnert ein Denkmal in Form eines kleinen Amphitheaters daran, wo es noch regelmäßig Kulturveranstaltungen zu sehen gibt. 

Die Strandbucht ist nur wenige Gehminuten vom Hafen entfernt, gut organisiert und günstiger als viele Strände im Norden. Teilweise sind die Sonnenliegen bei Verzehr sogar kostenlos.

Sprach-Tipp von Tina (siehe oben): „Agia“ wird nicht „A-gia“, sondern „Ajia“ ausgesprochen – die Einheimischen lächeln, wenn sie merken, dass man es richtig sagt. Tatsächlich haben wir dies erst bei unserem dritten Besuch auf Kreta gelernt. 


Spili – kühles Quellwasser und duftende Kräutergärten

Nur etwa 30 Minuten von Agia Galini ins Landesinnere liegt das Bergdorf Spili.

Berühmt ist der Löwenbrunnen von Spili; eine venezianische Wasseranlage aus dem 17. Jahrhundert, deren 25 steinerne Löwenköpfe frisches Quellwasser aus den Bergen speien. Das Wasser ist trinkbar, kalt und besonders an heißen Sommertagen eine Wohltat.

Gleich in der Nähe wartet der Maravel Garden – ein 70.000 qm großer Kräutergarten mit über 2.500 Duft- und Heilpflanzen aus aller Welt. Hier wandert man auf schmalen Pfaden zwischen Lavendel, Salbei, Minze und Rosmarin, begleitet vom Summen der Bienen.

Der Eintritt ist frei, und im angrenzenden Café gibt es kretische Snacks, Kräutertees und hausgemachtes Eis. Im Shop kann man Kräuter, Seifen und Öle kaufen – vieles stammt direkt aus dem Garten. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!


Mires – Wochenmarkt im Herzen der Messara-Ebene

Mires ist eine quirlige Kleinstadt im Süden, die vor allem für ihren Samstagsmarkt bekannt ist. Jeden Samstagmorgen verwandeln sich die Straßen rund um das Zentrum in ein buntes Marktgewirr aus Ständen mit frischem Obst, Gemüse, Olivenöl, Käse, Gewürzen, Kleidung und Haushaltswaren. Hier kaufen vor allem Einheimische ein – perfekt, um authentisches Markttreiben zu erleben.

Wer Mires besucht, sollte sich auch einen Spaziergang durch die Nebenstraßen gönnen – dort gibt es kleine Cafés, Bäckereien mit frischem Sfakianopita (gefüllte Käse-Fladen) und Geschäfte mit traditioneller Keramik.


Matala – Hippie-Charme zwischen Fels und Meer

Der Legende nach soll hier Zeus in Gestalt eines Stiers mit Europa an Land gegangen sein – heute ist Matala vor allem als ehemaliger Hippie-Hotspot der 1960er- und 70er-Jahre bekannt. Der Sand-Kies-Strand liegt direkt unterhalb der berühmten Felswand mit den Höhlen, die in frühchristlicher Zeit als Gräber dienten und später von Hippies aus aller Welt bewohnt wurden.

Der Ort hat sich touristisch entwickelt, bewahrt aber seinen lässigen Hippie-Charme. In den kleinen Läden gibt es bunte Kleidung, handgemachten Schmuck und Wandmalereien, die an die Flower-Power-Zeit erinnern. 

Ganz in der Nähe, etwa 30 Autominuten entfernt, liegt der Wanderweg zum Agiofarago Beach. Die Wanderung dauert rund 30 Minuten durch eine schmale Schlucht, festes Schuhwerk ist Pflicht.

Am Ende wartet ein kleiner, naturbelassener Strand mit kaltem, klarem Wasser.  Man erzählte uns, dass dieser Ort deutlich weniger besucht wird als Matala selbst, was wir auch so bestätigen können. 


Myrtos – sonniges Dorf am Libyschen Meer

Myrtos ist ein charmantes Küstendorf im Südosten Kretas, das sich seinen authentischen Charakter bewahrt hat. Der lange Kiesstrand ist ruhig und bietet glasklares Wasser – ideal zum Schwimmen und Schnorcheln. An der Promenade reihen sich Tavernen, Cafés und kleine Hotels, die fast alle familiengeführt sind.

Ierapetra – die südlichste Stadt Europas

Ierapetra ist die viertgrößte Stadt Kretas und liegt direkt am Libyschen Meer. Sie gilt als die südlichste Stadt Europas und hat angeblich die meisten Sonnenstunden Griechenlands.

Der Hafen ist ein zentraler Treffpunkt – hier liegen Fischerboote und Ausflugsboote Seite an Seite. Mit etwas Glück kann man sogar die beiden Wasserschildkröten sehen, die sich gerne in der Hafeneinfahrt in der Nähe des Restaurants aufhalten. Wir haben Sie seinerzeit immer angetroffen. 

Am langen Stadtstrand kann man baden, schnorcheln oder einfach am Wasser entlangspazieren, allerdings haben wir eher den Strand in Myrthos bevorzugt, der ca. 15 km westlich von Ierapetra liegt.

Historische Randnotiz: 1798 machte Napoleon Bonaparte hier auf dem Weg nach Ägypten Halt und übernachtete in einem Haus in der Altstadt. Eine Gedenktafel erinnert an dieses Ereignis.

Die Altstadt mit ihren engen Gassen, der venezianischen Festung „Kales“ und kleinen Cafés lädt zu einem Bummel ein – vor allem am späten Nachmittag, wenn die Hitze nachlässt.


und dann wären da noch die kretischen Speisen:

Die kulinarische Landschaft Kretas ist so bunt wie die Insel selbst: Frisch gepresstes Olivenöl, sonnenreife Tomaten, wild wachsende Kräuter, fangfrischer Fisch und aromatisches Gemüse prägen den Geschmack.
Typisch sind einfache, aber aromenreiche Gerichte: Dakos (Gerstenzwieback mit Tomaten, Olivenöl und Feta), Dolmadakia (gefüllte Weinblätter), saftiges Bifteki, ofenfrisches Giouvetsi (Nudelauflauf mit Tomatensauce) sowie eine Vielfalt an Meze – kleinen Vorspeisen wie gegrillte Auberginen, Tzatziki, Fava oder gebackene Zucchiniblüten.

Dazu gibt’s oft Raki oder kretischen Wein – und immer das Gefühl, dass jede Mahlzeit eine Einladung ist, das Leben zu feiern.

Kretische Gastfreundschaft zeichnet sich dadurch aus, dass in den meisten Restaurants als Nachspeise Raki, Früchte und Kuchen, Eis oder andere Süßigkeiten gereicht werden.

Wer nach Kreta fliegt und Halbpension oder All inklusive bucht ist selbst schuld.


Unsere beiden Lieblingshotels auf Kreta möchten wir hier nicht unerwähnt lassen. Unsere Vorliebe für Boutique-Hotels hatten wir ja schon erwähnt. 

Boutique Hotel Zoe – Bali (Nordküste)
Im charmanten Küstenort Bali liegt das Boutique Hotel Zoe, das 2024 von seinen Inhabern komplett renoviert wurde. Für uns ist es ein wahrer Diamant – nicht nur wegen der geschmackvollen Architektur und liebevollen Gestaltung, sondern vor allem wegen der Menschen, die das Haus mit Herz und Hingabe führen.
Das gesamte Team, allen voran die Inhaber, strahlen eine Wärme aus, die man nur selten erlebt. Hier fühlt man sich nicht wie ein Gast, sondern wie ein Freund, der willkommen ist.
Das Frühstück? Einfach sensationell – frisch, regional, liebevoll angerichtet und voller Geschmack. Genau so beginnt für uns ein perfekter Urlaubstag.

Palazzo Greco Hotel – Agia Galini (Südküste)
Hoch oben auf einer Klippe in Agia Galini thront das Palazzo Greco Hotel, das wir mittlerweile schon dreimal besucht haben. Schon beim Betreten schweift der Blick automatisch durch den hellen Frühstücksraum, hinaus auf die Terrasse – und weiter über die endlose Weite des Libyschen Meeres.
Das Personal ist herzlich und aufmerksam, ohne aufdringlich zu wirken. Unser letztes Zimmer war eine frisch renovierte Familiensuite mit zwei Schlafzimmern und Bädern – großzügig, modern und mit allem ausgestattet, was man sich wünschen kann.
Auch hier überzeugt das Frühstück mit griechischer Vielfalt und einer spürbaren Liebe zur Tradition – von frischem Joghurt mit Honig bis zu warmen, hausgemachten Spezialitäten.

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