Es geht wieder aufs Schiff und wir haben uns eine kleine Genießer-Kreuzfahrt im Mittelmeer ab Savona ausgesucht.
Tag 1 – Savona
Wieder dieses Kribbeln, wenn ein neues Abenteuer beginnt. Über Rom und Genua nähern wir uns Savona – die Serpentinen windend wie Vorfreude durch Liguriens Hügelland.

Und dann, plötzlich, wie eine Erscheinung aus Stahl und Glas: die Mein Schiff 4. Mächtig und doch elegant liegt sie im Hafen, bereit, uns in eine neue Welt zu entführen.
Einchecken? Reibungslos. Gepäck? Schon verschwunden. Und wir? Sitzen wenig später mit einem kalten Champagne auf dem Außendeck und blicken auf das leise Blau des Ligurischen Meeres und die Altstadt von Savona.
Die Mein Schiff 4 – rund 295 Meter lang, Platz für über 2.500 Passagiere, 15 Decks, ein 25-Meter-Pool, ein Spa zum Wegträumen, ein Theater für große Emotionen.
Am Abend das erste Dinner im Atlantik – ein Menü wie ein Gedicht. Und dann dieser Moment: 22:00 Uhr. Das dreifache Dröhnen des Nebelhorns, das Herz schlägt schneller. Und aus den Lautsprechern fließt die bekannte Melodie von Unheilig – „Große Freiheit“. Gänsehaut. Die Reise beginnt.
Tag 2 – Seetag: Zeit, die Seele treiben zu lassen
Ein ganzer Tag auf dem Sonnendeck. Keine Pläne, nur Wind und Wellen. Wir lesen, träumen, schauen aufs Wasser, als wollten wir seine Sprache lernen.
Zwischendurch mal ein Kaltgetränk an der Bar und später leckere Tapas in der Lounge.
Abends dann: Begrüßungsparty am Pooldeck. Der Himmel flammend rot. Wir tanzen, lachen, stoßen an – auf das Leben, auf diese Reise, auf uns.
Tag 3 – Rom: Geschichte zum Greifen nah
Civitavecchia – das Tor zur Ewigen Stadt. Trotz der drei weiteren Kreuzfahrtschiffe im Hafen machen wir uns entspannt auf den Weg. Rom kennt uns – aber wir wollen es neu entdecken.

Mit dem Zug geht es direkt zum Bahnhof St. Pietro, von wo aus die mächtige Kuppel des Petersdoms in voller Pracht sichtbar ist – ein Blick, der bleibt. Der Vatikan zeigt sich gedrängt: Das Heilige Jahr 2025, das alle 25 Jahre gefeiert wird, lockt Pilger aus aller Welt. Der Wunsch nach Ablass, Hoffnung, Heil.





Entlang der Via della Conciliazione zur Engelsburg, wo uns der geheimnisvolle Passetto di Borgo, der Fluchtweg der Päpste, fasziniert. Die Engelsbrücke – flankiert von barocken Engelsfiguren aus der Werkstatt Berninis – bietet ein Panorama über den Tiber, das in seiner Dramatik kaum zu übertreffen ist.



Engelsburg (Castel Sant’Angelo):
Ursprünglich als Mausoleum für Kaiser Hadrian erbaut, später päpstliche Festung, Gefängnis und heute Museum.
Weiter durch die Via dei Coronari, einst das Zentrum der Antiquitätenhändler, jetzt voller Boutiquen und Geschichte, erreichen wir die prachtvolle Piazza Navona – erbaut auf dem Stadion des Domitian. Ihre drei Brunnen, allen voran der Vierströmebrunnen von Bernini, erzählen von den damaligen Weltreichen und Wasserkunst.






Ein kühles Peroni direkt am Tiber beendet unseren Tag – ein Hauch Ewigkeit bleibt zurück.


Tag 4 – Ajaccio: Napoleon, Natur & korsischer Charme
Schon beim Einlaufen in den Hafen begeistert Ajaccio mit seinem Panorama – die Altstadt schmiegt sich ans Wasser, überragt vom imposanten Mein Schiff.

Der Name mag sperrig sein, doch Ajaccio empfängt uns warmherzig. Wir streifen durch Napoleons Geburtsstadt: sein Geburtshaus, die Taufkirche, Anekdoten über Kindheit, Macht und Mythos.





Wir erfahren von der symbolischen Bedeutung des dunkelhäutigen Kopfes auf der korsischen Flagge, vom Stolz der Korsen und ihrer tiefen Verbundenheit mit den Bergen – obwohl das Meer so nah und wunderschön ist.


Auf dem Sonntagsmarkt kosten wir Wildschweinschinken und bitteren Honig (eine korsische Spezialität) – kräftig, wild, unverfälscht.


Zum Abschluss: ein Bad im glasklaren Wasser des Stadtstrandes. Korsika hat uns in den Bann gezogen – wir kommen wieder, mit mehr Zeit im Gepäck.

Tag 5 – Seetag: Die Melodie des Meeres
Ein Tief zieht durch, das Schiff beginnt zu tanzen. Manche Gäste fühlen sich seekrank, wir hingegen werden nur wohlig müde. Ein Tag zwischen Himmel und Horizont, zwischen Sauna, Fitnessraum und Lounge und dem leisen Klirren von Gläsern.
Tag 6 – Tarragona: Das römische Erbe Spaniens
„Klein-Rom am Mittelmeer“ wird Tarragona genannt – und das völlig zu Recht.
Die römische Stadtmauer, fast zwei Jahrtausende alt, empfängt uns am Portal del Roser. Tatsächlich war Tarraco, wie es einst hieß, die erste römische Kolonie außerhalb Italiens – gegründet im 3. Jh. v. Chr. und Hauptstadt der römischen Provinz Hispania Citerior.


Wir spazieren durch enge Gassen bis zur gotischen Kathedrale – vorbei an mittelalterlichen Markthallen, dem Forum Romanum und dem Circ Romà, einem der besterhaltenen römischen Zirkusse Europas.











Castells, die Menschentürme Kataloniens, werden hier auf dem Pla de la Seu noch regelmäßig gebaut – gelebte Tradition, die 2010 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.
Zum Schluss stehen wir staunend vor dem Amphitheater mit Meerblick – einst 15.000 Zuschauerplätze, heute stiller Zeuge einer dramatischen Vergangenheit.


Tag 7 – Valencia: Avantgarde trifft auf alte Seide
Valencia überrascht – mit seinem Kontrast zwischen futuristischer Architektur und arabisch-gotischer Altstadt.




Los geht es in der Stadt der Künste und Wissenschaften: Ein Ensemble aus dem 21. Jahrhundert, entworfen vom Stararchitekten Santiago Calatrava. Ein Planetarium wie ein Auge, ein Konzertsaal wie ein Insekt – surreal, kühn, inspirierend.
Der Bus fährt entlang des trockengelegten Flussbetts des Turia, heute ein üppiger Stadtpark – ein Meisterwerk urbaner Transformation.
Durch das imposante historische Stadttor Torres de Serrans geht es ins Herz der Altstadt. Wir hätten sehr gerne das Deckenfresko der Kirche San Nicolás, das als „Sixtinische Kapelle Valencias“ bekannt ist, bewundert. Die Zeit lies es aber leider nicht zu. Allerdings erfahren wir anhand einer Wandtafel einiges über die Familie de Borja gelernt, die mindestens zwei Päpste, mehrere Kardinäle, Bischöfe und einen heiligen Jesuiten hervorgebracht hat.






In der Lonja de la Seda – der mittelalterlichen Seidenbörse – bestaunen wir filigrane Architektur und den mit Orangenbäumen geschmückten Garten im Innenhof, der zum Verweilen einlädt. An der Außenfassende entdecken wir mit Schmunzeln groteske Skulpturen, die uns ihr Hinterteil entgegenstrecken.


Der Markt dahinter, auch Mercado Central genannt, ist ein Jugendstil-Juwel mit bunten Glasfenstern, luftigen Kuppeln und über 400 Ständen und zudem ein Paradies für Genießer und Entdecker. Auf rund 8.000 m² erwarten uns frisches Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Gewürze, Käse und mehr. Seit 1928 versorgt der Markt Einheimische und Touristen gleichermaßen. Valencia ist die Wiege der Paella – und tatsächlich lernen wir, dass das Original mit Hühnchen, Kaninchen, Schnecken und grünem Gemüse zubereitet wird. Auch die gibt es an unzähligen Ständen zu kaufen. Wir decken uns mit Bomba-Reis, der im Umland von Valencia angebaut wird, und mit Safran ein.


Die Krönung des Tages: die Kathedrale von Valencia. Zu besichtigen ist neben der Kunstwerke namhafter Künstler im Altarraum (Retabel mit sechsteiligen Flügeltafeln), den eine Nähe zu Leonardo da Vinci nachgesagt wird, die Unterarm-Reliquie des Hl. Vincent und den Kelch, aus dem Jesus beim letzten Abendmal getrunken haben soll – der Heilige Gral.

Die Suche nach dem Heiligen Gral wurde in einigen bekannten Hollywood-Blockbustern thematisiert. Hätten die Hauptakteure gewusst, wie einfach dieser zu finden wäre….

Tag 8 – Palma de Mallorca: Ankunft mit Wehmut
Früh am Morgen erreichen wir Palma – die Reise endet, die Eindrücke bleiben.
Was bleibt? Dankbarkeit für acht Tage voller Vielfalt, Erlebnisse, Kulinarik und Emotionen. Eine Kreuzfahrt auf der Mein Schiff 4, die Körper und Seele verwöhnt, die Geschichte lebendig macht und Horizonte öffnet.








