Es ist 2020. Corona ist auf dem Vormarsch, das Reisen ins Ausland wird zur Lotterie – und gleichzeitig zur moralischen Frage. Während viele Grenzen dicht sind, wächst in uns das Fernweh. Die Lust auf Meer. Auf Weite. Auf Abschalten. Und so beginnen wir zu suchen – nach einem Ort, der nicht nur schön, sondern auch sicher ist. Wir landen in Olpenitz. Und wir haben keine Ahnung, was uns erwartet.
Vom Militärhafen zum Urlaubsparadies
Olpenitz? Noch nie gehört. Doch genau das macht es so spannend. Was wir damals nur vage wussten: Der heutige Ferienort war früher einmal ein bedeutender Marinestützpunkt der Bundeswehr.

Bis 2006 war das Gelände der größte Marinehafen an der deutschen Ostseeküste. Nach der Schließung entstand eine der ambitioniertesten Tourismusentwicklungen Deutschlands: Ein ganzes Hafenareal wurde zum privaten Ferienressort umgestaltet – mit Ferienhäusern, schwimmenden Apartments, Seebrücken und Meerblick deluxe.

Zwei Wochen zwischen Wellen, Wind und Kaminfeuer
Wir buchen eine Ferienwohnung direkt am Wasser – traumhafter Ausblick auf die Ostsee, ein Kamin für kühle Abende und das Gefühl, ganz am Rand der Welt zu sein. Zu diesem Zeitpunkt ist das Areal noch im Aufbau. Viel ist noch nicht fertig. Doch genau das macht den Charme aus. Es fühlt sich an wie ein exklusiver Geheimtipp – roh, ruhig, echt.
Restaurants? Eher Mangelware – damals. Dafür gibt’s einen gut sortierten Supermarkt mit einer Bäckerei, die die vermutlich besten Rosinenweckchen verkauft, die wir je gegessen haben. Ob es die heute noch gibt? Keine Ahnung. Aber wir denken noch immer mit glänzenden Augen daran zurück.
Fischbrötchen? Natürlich! Direkt im Markt erhältlich – frisch, lecker und so, wie es an der Küste sein soll.
Kappeln, Fischräucherei und maritime Seele
Wer ein bisschen mehr Auswahl braucht, fährt einfach nach Kappeln, keine sechs Kilometer entfernt.



Das hübsche Hafenstädtchen bietet Restaurants in jeder Preisklasse – von rustikal bis raffiniert.

Besonders legendär ist die Fischräucherei Föh, mit ihrem markanten Backsteinkamin direkt an der Schlei. Aal, Lachs, Makrele – hier raucht es noch wie früher. Fischliebhaber kommen nicht vorbei – im wahrsten Sinne.

Fahrradfreiheit und Strandruhe
Wir wollten Ruhe. Und genau das haben wir bekommen. Endlose Spaziergänge, Sonnenuntergänge am Meer, Wellenrauschen statt WhatsApp. Die Strände in und um Olpenitz bieten Platz ohne Ende – selbst zu Pandemiezeiten.



Mit dem Rad erkunden wir die Umgebung: Maasholm, Arnis (Deutschlands kleinste Stadt!), Nieby, Schönhagen – allesamt kleine Perlen zwischen Schlei und Ostsee. Immer wieder: Natur pur. Felder, Wasser, Wind. Und dann wieder dieser Blick aufs Meer, der einfach nie alt wird.






Tagestrips? Kein Problem. Wer mal städtisches Flair sucht, erreicht Flensburg, Schleswig oder Kiel problemlos in unter einer Stunde. Aber ehrlich: Uns hat’s kaum gereizt. Wir waren angekommen.
Fazit: Olpenitz – Ruhe mit Aussicht
Wer dem Alltag entfliehen will, ohne ins Flugzeug zu steigen, wer das Meer liebt und dabei weder Party noch Promenade braucht, ist in Olpenitz genau richtig. Das frühere Marineareal entwickelt sich langsam, aber stetig zum Ferienparadies mit Charakter.
Perfekt für alle, die die Ruhe suchen – und den Blick aufs Wasser lieben.
Von NRW aus übrigens in 6 bis 7 Stunden erreichbar. Und wenn man erstmal angekommen ist, möchte man eigentlich gar nicht mehr weg.








