Dubai, Abu Dhabi, Khasab, Muscat: zwischen Wüste und Wolkenkratzern

Ein Märchen aus 1001 Nacht auf dem Wasserweg mit Start und Ankunft in Doha (Katar).

Tag 1 – Doha bei Nacht
Ein sanfter Flug mit Qatar Airways bringt uns in nur sechs Stunden von Düsseldorf nach Doha. Die Reise beginnt mühelos und noch am selben Abend stehen wir an Deck, während die Silhouette Katars in der Dunkelheit aufleuchtet: das moderne Doha, strahlend und still. Ein erstes Versprechen auf das, was kommt.

Tag 2 – Dubai: Faszination in Stahl und Licht
Ein halber Seetag lässt Raum für Vorfreude. Schon vor dem Anlegen kündigt sich Dubai am Horizont an – mit der glitzernden Skyline und dem majestätischen Burj Khalifa, der sich wie ein Nadelstich in den Himmel bohrt.

Wir machen uns allein auf den Weg. Im Burj Park fangen wir erste Nahaufnahmen dieses Giganten ein, dessen Anmut genauso beeindruckt wie die sterile Perfektion ringsum. Die Dubai Mall empfängt uns mit überbordendem Luxus und lädt zum shoppen und staunen ein. Von den „Dubai Fountains“ aus gleitet unser Blick über die umliegenden Gebäude.

Und dann, auf der 124. Etage des Burj Khalifa, 452 Meter über der Stadt: ein 360-Grad-Panorama, das schlicht den Atem raubt.

Bei Sonnenuntergang taucht die Wasser- und Lichtshow das Zentrum Dubais in Magie. Die Fontänen tanzen zu „Esmaha Dubai“ – und ich, mitten unter Fremden, spüre Freudentränen auf meiner Wange. Ein Glücksmoment.

Tag 3 – Im Herzen des alten Dubai
Es ist November, aber die Hitze hat Nachsicht mit uns – 29 Grad sind angenehm. Zu Fuß folgen wir dem Dubai Creek in Richtung Altstadt.

Am Dubai Heritage Village blicken wir zurück in eine andere Zeit. Einst lebten hier Fischer, Perlentaucher und Nomaden. Das Dorf zeigt, wie bescheiden der Alltag vor dem Ölzeitalter war – mit Palmhütten, Lehmbauten und einfachen Werkstätten.

Ein Wassertaxi bringt uns über den Creek zu den berühmten Souks.

Der Duft von Zimt, Muskat und Kardamom liegt in der Luft, goldene Ketten funkeln in den Auslagen – ein Fest für die Sinne.

Zurück auf der anderen Uferseite schlendern wir durch das Al Fahidi Historical Neighbourhood – enge Gassen, traditionelle Windtürme, Galerien, Schatten und Licht. Der Charme dieses Viertels ist unverwechselbar.

Später bringt uns die Metro zum Dubai Frame. Wie ein riesiger Bilderrahmen fängt er die Gegensätze dieser Stadt ein – auf der einen Seite das historische Dubai, auf der anderen die Zukunftsvision.

Zu Fuß geht es zurück zum Schiff. Der Wind trägt Geschichten mit sich.

Tag 4 – Abu Dhabi: Weißer Marmor und goldene Träume
Ein Tagesausflug durch die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate steht an.

Unser erster Halt führt uns zur Sheikh-Zayed-Moschee – einer der größten und eindrucksvollsten Sakralbauten der Welt.

2007 eröffnet, erhebt sie sich wie ein strahlendes Sinnbild des Friedens und der Verbundenheit über den weißen Boden Abu Dhabis.
Traditionelle islamische Baukunst trifft hier auf moderne Eleganz: Über 1.000 kunstvoll verzierte Säulen, filigrane Mosaike und glänzender Marmor formen ein Gesamtbild von nahezu überirdischer Schönheit.
Im Inneren spannt sich der größte handgeknüpfte Teppich der Welt wie ein grünes, ornamentales Meer über den Gebetsraum – ein Meisterwerk, das Generationen von Händen geschaffen haben.
Barfuß und ehrfürchtig schreiten wir über den kühlen Stein, der das Licht des Tages spiegelt. Alles scheint zu leuchten: die Kuppeln, die Böden, das Licht selbst. Es ist, als würde die Zeit für einen Moment stillstehen – und der Ort spricht, ohne Worte zu brauchen.

Im Heritage Village begegnet uns das alte Abu Dhabi. Lehmhäuser, Kamelreiten, ein Falke auf dem Arm – für einen Moment fühlen wir uns wie in einem Märchen aus 1001 Nacht.

Das Heritage Village liegt auf einer vorgelagerten Halbinsel, von der man einen traumhaften Blick nach Abu Dhabi zu bekommt.

Am Nachmittag erreichen wir den Präsidentenpalast Qasr Al Watan. Der Palast, 2015 eröffnet, ist nicht nur Regierungssitz, sondern auch Symbol für Wissen und Gastfreundschaft. Prunkvolle Kuppeln, filigrane Kalligraphie, Räume wie aus einem Traum.

Wir beenden den Tag im Louvre Abu Dhabi. In einem spektakulären Kuppelbau über dem Wasser bestaunen wir Meisterwerke aus Ost und West – von Da Vinci, Monet, Goya bis hin zu islamischer Miniaturkunst. Ein Museum, das Kulturen miteinander verbindet.

Tag 5 – Khasab: Norwegens Schwester im Süden
Wir verlassen die Emirate und erreichen den Oman. Khasab, ganz im Norden des Landes, empfängt uns mit stiller Würde.

Die Stadt liegt auf der Halbinsel Musandam – einer rauen, fjordähnlichen Küstenlandschaft, oft als „Norwegen Arabiens“ beschrieben.


Mit einer traditionellen Dau fahren wir durch die zerklüfteten Buchten, vorbei an zermahlenem Stein und schimmernden Felsen. Das Wasser glitzert, Delfine begleiten uns. Beim Schnorcheln entdecken wir die stille Welt unter der Oberfläche.

Tag 6 – Muscat: Der Duft von Weihrauch
Am Morgen läuft unser Schiff in den Hafen von Muscat ein. Über dem Hafen ragt ein überdimensionales Rauchfass.

Es steht symbolisch für die lange Geschichte des Weihrauchhandels im Oman – ein Land, das jahrhundertelang eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt kontrollierte.

Wir betreten die majestätische Sultan-Qabus-Moschee, das spirituelle Herz des Landes und zugleich ein architektonisches Juwel.
Im Jahr 2001 vollendet, vereint sie traditionelle Baukunst mit zeitloser Eleganz.
Schon beim Eintreten senkt sich eine fast ehrfürchtige Stille über uns. Das sanfte Licht, das durch die fein gearbeiteten Fenster fällt, taucht die marmorglänzenden Böden in einen goldenen Schimmer.


Ein gewaltiger Gebetsteppich – der zweitgrößte der Welt – breitet sich unter unseren Füßen aus wie ein kunstvoll gewebter Ozean aus Farben und Mustern.
Über uns schwebt ein Kronleuchter aus tausenden Swarovski-Kristallen – funkelnd, fast schwerelos, als würde er zwischen Himmel und Erde vermitteln.
Die Luft ist erfüllt von einer tiefen Ruhe, die selbst Besucher zur inneren Einkehr einlädt. Inmitten dieser heiligen Halle spürt man, wie Architektur, Licht und Spiritualität zu einem eindrucksvollen Erlebnis verschmelzen.

Danach tauchen wir ein in das bunte Treiben des Mutrah Souq. Hier gibt es alles – Gewürze, Parfums, Silber, Kunsthandwerk und alles, was das Touristenherz begehrt.

Weiter geht es zum Sultanspalast Al Alam. Der Palast, mit seiner blau-goldenen Fassade, ist ein Symbol des omanischen Königtums. Er wird vor allem zu repräsentativen Zwecken genutzt und wirkt wie ein modernes Märchenhaus.


Am Nachmittag fahren wir mit einer Dau die Küste entlang – vorbei an Festungen, Felsen und weißen Häusern. Muscat zeigt sich uns in seiner ursprünglichen, würdevollen Schönheit.

Ein letzter Halt im Royal Opera House Muscat – ein Bauwerk voller Anmut, ein Tempel für die Künste.


Zum Abschluss sitzen wir am Qurum Beach, trinken Kaffee, essen Schokoladenkuchen. Das Licht des Sonnenuntergangs spiegelt sich im Meer. Wir schweigen – glücklich. Und sind wehmütig, weil sich unsere Reise dem Ende zuneigt.

Tag 7 – Abschied in Doha
Ein letzter Seetag bringt uns zurück nach Doha.

Wir stehen wieder an Deck – an dem Ort, an dem alles begann.
Die Gedanken reisen weiter, auch wenn wir längst zurückkehren.

Fazit: Diese Reise auf der Mein Schiff 1 war mehr als nur eine Kreuzfahrt. Sie war ein Eintauchen – in Kontraste, Kulturen, Klänge und Gerüche. Wir sind zurückgekehrt mit vollem Herzen, leuchtenden Augen und dem festen Wunsch, eines Tages erneut in den Orient aufzubrechen.

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