Meine liebe Freundin Renate ist schon seit Jahren ein großer Fan dieser Nordseeperle, doch bisher hat es mich nicht hierher verschlagen. Dieses Jahr jedoch habe ich meinen Bildungsurlaub mit dem ansprechenden Titel „Naturerfahrung durch Yoga und Bewegungswellness“ auf Spiekeroog verbracht und ich bin vollkommen begeistert.

Alleine schon die Anreise ist ein Erlebnis. Auf Spiekeroog gibt es keine Autos, nur wenige Fahrräder, und die Fähre von Neuharlingersiel bringt einen sanft auf die Insel. Wer keinen Gepäckservice gebucht hat, läuft gemütlich vom Hafen in den Ort, vorbei an Menschen mit Rollkoffern und Handkarren, was ein kleines, charmantes Schauspiel ist, das sofort Urlaubsstimmung erzeugt.

Sobald man den Ort betritt, fühlt man sich wie in einer kleinen Oase. Die hübschen grün-weißen Häuschen, liebevoll geführte Lädchen und heimelige Restaurants laden zum Flanieren und Verweilen ein.
Hier geht es einfach entspannt und ruhig zu, vielleicht auch, weil ich Anfang März auf der Insel war und die Saison gerade erst beginnt. Einige Geschäfte hatten noch Winterpause. Doch genau das verlieh Spiekeroog seinen besonderen Charme. Ich konnte die Insel in aller Ruhe entdecken, ohne Menschenmassen, die im Sommer die Wege bevölkern.
Landschaftlich ist Spiekeroog ein echtes Kleinod. Endlose weiße Strände, atemberaubende Dünenlandschaften und verwunschene kleine Wälder laden jeden Tag zu ausgedehnten Spaziergängen ein.


Auch nach fünf Tagen habe ich noch längst nicht alles gesehen. Die Insel ist weitläufig und bietet unzählige Wanderwege durch Dünen und entlang des Strands.



Über allem wacht auf Spiekeroog der 3,5 m hohe „Utkieker“ auf einer Düne in der Inselmitte. Die Bronzeskulptur symbolisiert das Ausschauhalten in die Ferne, das Beobachten der Natur und des Meeres und das Bewahren dieser einzigartigen Nordseeinsel. Ihr Anblick lädt automatisch dazu ein, selbst stehenzubleiben, tief durchzuatmen und den Blick über die Weite des Meeres schweifen zu lassen.

Und der Sternenhimmel! Auf Spiekeroog scheint die Milchstraße besonders klar, dank der geringen Lichtverschmutzung. Wer im Februar oder März die Insel besucht, kann nächtelang Sterne beobachten. Es ist ein magisches Erlebnis, das einem das Gefühl gibt, dem Alltag komplett zu entfliehen.
Auch die Insulaner tragen zum Wohlgefühl bei: Überall ein herzliches „Moin!“, das einen sofort willkommen heißt.
Mein Fazit nach fünf Tagen auf Spiekeroog: Wer Ruhe sucht, den Wind um die Nase wehen lassen möchte, die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings genießen will, ein bisschen Regen nicht scheut und zwischendurch wunderschöne Sonnenuntergänge und die frische Nordseeluft erleben möchte, ist im März hier genau richtig.

Und kulinarisch? Die Fischbrötchen im „Meeresfrüchten“ sind ein Traum und gehören unbedingt dazu.
Spiekeroog, du bist eine kleine, piekfeine Insel, die mir gezeigt hat, wie erholsam eine Auszeit sein kann. Ich komme definitiv wieder.
von Cordula








