Der Urlaub beginnt für mich nicht erst am Ziel, sondern in dem Moment, in dem ich einen Fuß auf eine der Frisia-Fähren setze. Rund 45 Minuten dauert die Überfahrt ab Norddeich Mole, und jedes Mal ist es derselbe Zauber: Irgendwann tauchen die weißen Häuser und der Wasserturm am Horizont auf und mein Herz macht einen kleinen Sprung. Dann weiß ich: Es dauert nicht mehr lange, bis meine Lieblingsinsel mich wieder hat.
Mein erster Weg führt mich fast immer in die Milchbar. Ankommen. Durchatmen. Den Blick über das Meer schweifen lassen, am liebsten mit einem Glas Aperol Spritz oder einem kühlen Weißwein in der Hand. Für mich gibt es kaum einen besseren Ort, um wirklich auf Norderney anzukommen.


Meine Liebe zu dieser Insel begann schon 1987. In der siebten Klasse war ich mit meiner Schulklasse für eine Woche in der Jugendherberge und Norderney hat mich damals sofort in seinen Bann gezogen. Seitdem komme ich immer wieder zurück. Als Familienurlaub mit meinen Eltern und meinem Bruder, später mit Claudius, dann mit unseren Kindern, zwischendurch mit meiner Mutter und im letzten Jahr sogar einmal ganz allein im Rahmen eines Bildungsurlaubs. Norderney begleitet mich durch viele Lebensphasen. Vielleicht ist es genau das, was diese Insel für mich so besonders macht.
Egal zu welcher Jahreszeit: Norderney hat immer seinen eigenen Zauber. Ob Haupt- oder Nebensaison.


Selbst wenn es voller wirkt, findet man immer ein ruhiges Plätzchen, um die Seele baumeln zu lassen. Im Februar, wenn die Insel nicht so stark besucht ist, kann es durchaus vorkommen, dass einem freilaufende Rehe in der Stadt begegnen.
Oft hört man, Norderney sei eine typische „Kegeltour-Insel“. Dem kann ich nur entschieden widersprechen. Wer genauer hinschaut, entdeckt Weite, Ruhe und ganz viel Natur.

Die Insel lässt sich wunderbar zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. In der Hauptsaison ist Norderney autofrei, was ich sehr schätze. Und falls die Füße doch einmal müde werden, bringt einen der Bus zuverlässig auch zu weiter entfernten Ecken der Insel.
Meine ganz persönlichen Ausflugstipps auf Norderney
- Ein Spaziergang zur Weißen Düne mit toller Gastronomie (in der Hauptsaison muss man Wartezeit einplanen)
- Ein Spaziergang zum Leuchtturm inklusive Leuchtturmbesteigung

- Ein Besuch im Badehaus mit Meerwasserschwimmbecken
- Unbedingt Zeit in der Milchbar verbringen, egal ob drinnen oder draußen. Die Atmosphäre dort ist einfach wunderbar entspannt. Im Sommer finden hier regelmäßig Musikevents z. B. von Blank and Jones statt.
- Ein Bummel durch die hübsche Innenstadt mit ihren vielen kleinen, liebevoll geführten Geschäften

- Ein Besuch im Brauhaus der Norderneyer Brauerei
- Den Sonnenuntergang genießen ist für mich jedes Mal ein kleines Highlight

- Eine Wanderung durch das Vogelschutzgebiet am Südstrandpolder mit Aussichtsplattform

- Etwas mehr Zeit sollte man für den Weg zum Wrack einplanen. Der Spaziergang ist länger als man denkt, wird aber belohnt: Vom Wrack aus hat man einen traumhaften Blick auf die Insel Baltrum



Auch bei den Unterkünften haben wir im Laufe der Jahre einiges von Ferienwohnungen bis hin zu Hotels ausprobiert. Eines unserer absoluten Lieblingshotels ist das Hotel 1884 (siehe auch unsere Lieblingshotels). Ein liebevoll renoviertes, kleines Hotel in indirekter Strandlage, mit einer feinen Saunalandschaft und einem hervorragenden Frühstück. Abends lässt es sich ganz wunderbar im Müllers Norderney essen.

Norderney ist für mich nicht einfach nur eine Insel: es ist ein Gefühl. Ein Ort zum Durchatmen, Erinnerungen sammeln und immer wieder Ankommen.
von Cordula









